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Richtige Pflege von Outdoor-Kleidung

Gepostet Von am Aug 27, 2013 | Keine Kommentare


Kleidung richtig waschen und imprägnieren

Gute und qualitativ hochwertige Outdoor-Bekleidung ist in der Regel nicht gerade günstig in den Anschaffungskosten, so dass die optimale Pflege keinesfalls vernachlässigt werden darf. Nur so kann eine lange Lebensdauer der Kleidung gewährleistet werden. Egal, welches Material in der Herstellung verwendet wurde, zur Pflege gehört nicht nur die entsprechende Reinigung, sondern auch die perfekte Imprägnierung.

In der Regel ist die richtige Pflege mit einem sehr geringen Aufwand zu bewerkstelligen, allerdings sollte der Verbraucher wissen, dass modere Funktionsmaterialien oftmals empfindlicher gegenüber herkömmlichen Waschmitteln sind, als beispielsweise einfache Nylon-oder Baumwollstoffe. Aus diesem Grund gibt es für die unterschiedlichen Materialien, so zum Beispiel Daunen, Fleece, Soft- oder Hardshell, auch eine umfangreiche Auswahl an entsprechenden Wasch- und Pflegeprodukten.

Outdoor-Kleidung waschen

Outdoorbekleidung, welche nicht nur beim Extremsport, sondern auch beim Wandern oder Radfahren zum Einsatz kommt, ist in der Regel nicht nur den unterschiedlichen Witterungsbedingungen ausgesetzt, sondern auch dem entstehenden Schweiß. Gerade diese Rückstände können im Laufe der Zeit die Beschichtungen, elastischen Fasern und Nahtbandversiegelungen angreifen, wobei zusätzlich die wasserabweisenden Eigenschaften des Materials reduziert werden können. Weiterhin kann es vorkommen, dass Schweißrückstände den wichtigen Feuchtigkeitstransport vom Körper nach außen mindern.

  • Hardshell

Dieses Material zeichnet sich in erster Linie aufgrund seiner so genannten Dampfdurchlässigkeit und seiner Wasserdichtigkeit aus. Körperschweiß kann diese Eigenschaften deutlich reduzieren oder gar komplett zerstören.

  • Softshell

Auch dieses Gewebe ist ein Funktionsmaterial, welches obendrein Beimischungen von elastischen Fasern enthält. Herkömmliche Waschmittel und Pflegeprodukte können der Bekleidung erheblichen Schaden zufügen und somit die Lebensdauer stark reduzieren. Dies liegt vor allem daran, weil selbst Feinwaschmittel mit speziellen Zusätzen versehen sind, so beispielsweise Weichspüler und Aufheller. Diese Zusatzstoffe greifen die Materialien an und schränken ihre Funktionen ein.

  • Baumwoll- und Baumwollmischgewebe

Grundsätzlich sind diese Gewebe sehr unempfindlich gegenüber den handelsüblichen Waschmitteln. Allerdings sollte der Verbraucher auf Spezialwachmittel zurückgreifen, wenn die Bekleidung bereits beim Kauf mit speziellen Imgrägniermitteln versehen war oder die Bekleidung nachträglich imprägniert werden soll.

Wie oft sollte Outdoor-Kleidung in der Regel gewaschen werden?

Diese Frage kann grundsätzlich nicht pauschal beantwortet werden, da es in erster Linie auf den tatsächlichen Gebrauch der Bekleidungsstücke ankommt. Bei einer häufigen Verwendung gilt als Faustregel, dass etwa alle drei Monate eine Reinigung erfolgen sollte, wofür sich speziell entwickelte Waschmittel am besten eignen. Diese Pflegemittel sind in jedem Fall frei von Weichspülern oder anderen veredelten Substanzen, so dass sie der Funktionsbekleidung nichts anhaben können.

Gute Waschmittel dürfen nur die Verschmutzungen und die Schweißrückstände herauswaschen und nicht zusätzlich auch die wichtige Imprägnierung. Konkret bedeutet dies, dass das Waschmittel auf die vorhandene Imprägnierung abgestimmt werden sollte, denn eine nachträgliche Imprägnierung kann niemals die Erstimprägnierung ersetzen. Auch sollte der Verbraucher auf die Umwelt achten, wenn er seine Funktionsmaterialien reinigt, was bedeutet, dass er auf nachhaltige Produkte zurückgreifen sollte, wie sie mittlerweile von vielen Herstellern angeboten werden.

Interessant können auch so genannte Universalwaschmittel sein, welche für nahezu alle möglichen Textilien geeignet sind. Eine besondere Ausnahme bilden jedoch Bekleidungsstücke, welche über eine Daunenfüllung verfügen, denn diese sollten prinzipiell nicht selbst gewaschen werden. Die Vorteile der Universalwachmittel liegen auf der Hand, denn einerseits benötigt der Verbraucher nicht für jedes Funktionswäschestück ein separates Waschmittel und andererseits werden die Originalimprägnierungen nicht geschädigt. Zusätzlich sind die Mittel in der Lage, dass sie im Stoff abgelagerte Waschmittelreste neutralisieren, so dass sich bei einer nachträglichen Imprägnierung auch die gesamte Wirkung entfalten kann.

In jedem Fall muss der Verbraucher die entsprechende Wasserhärte kennen und berücksichtigen, denn es gilt der Grundsatz, je härter das Wasser, desto mehr Waschmittel wird benötigt. Im Zweifelsfall gibt es für die Bestimmung des Härtegrades spezielle Teststreifen oder die Möglichkeit, sich beim örtlichen Wasserwerk oder der Stadtverwaltung zu erkundigen.

Dürfen für die Reinigung Fleckentferner oder Lösungsmittel verwendet werden?

Prinzipiell sollte auf derartige Produkte verzichtet werden, denn sie können die verarbeiteten Membranen und Beschichtungen angreifen, da sie zumeist sehr aggressive Substanzen enthalten. Dies bedeutet, dass eventuelle Öl- oder Schmierflecken im Gewebe bleiben sollten, wenn sie sich mit einem milden Waschmittel nicht entfernen lassen. Der Handel bietet vereinzelt zwar Fleckentferner, welche auch für Funktionsmaterialien geeignet sind, aber das Risiko einer massiven Beschädigung ist einfach zu groß.

Imprägnierung nach der Reinigung

Das Waschen von Outdoor-Kleidung ist allerdings erst der erste Schritt bei der Pflege, denn anschließend erfolgt die Imprägnierung, so dass danach das Wasser wieder vom Gewebe abperlen kann und somit auch die wichtige Atmungsaktivität erhalten bleibt. Vorteilhaft ist weiterhin, dass sich Schmutz nach der Imprägnierung nicht so schnell wieder festsetzen kann. Selbstverständlich bietet der Fachhandel eine umfangreiche Auswahl an verschiedenen Mitteln, so dass die Entscheidung gut überlegt sein muss.

In der Regel ist gute Outdoorbekleidung bereits beim Kauf mit einer hervorragenden Imprägnierung ausgestattet, welche möglichst lange erhalten werden sollte. Aus diesem Grund sollten ausschließlich schonende Waschmittel verwendet werden, welche auf diese Imprägnierung abgestimmt sind. Einige Kleidungsstücke dürfen auch im Wäschetrockner getrocknet werden, und zwar zumeist auf niedrigster Stufe. Hierfür müssen jedoch die Pflegehinweise auf den Etiketten berücksichtigt werden. Erfolgen die Wäsche und die Trocknung bei gleicher Temperatur, dann wird die Erstimprägnierung reaktiviert.

Im Laufe der Zeit wird die Originalimprägnierung allerdings verschwinden, so dass eine Nachbehandlung erforderlich wird, damit die Bekleidung wieder wasserabweisend ausgerüstet ist.

  • Hard- und Softshell

Für diese Materialien bietet der Fachhandel zwei verschiedene Imprägniermöglichkeiten, und zwar in Form eines Sprays oder als so genannte Einwasch-Imprägnierung.

Für Kleidungsstücke mit einer PU-Beschichtung oder einem schweißtransportierenden Innenfutter, empfiehlt sich am besten das Spray. Dies gilt auch für atmungsaktive Bekleidung, da die Imprägnierung lediglich auf der Außenseite des Wäschestückes aufgetragen wird. Zugleich muss allerdings auch festgestellt werden, dass Aufsprühimprägnierungen ein wenig umständlicher in der Anwendung sind. Dies liegt daran, weil das Kleidungsstück im noch feuchten Zustand ausgebreitet und eingesprüht werden muss. Im Anschluss wird das Imprägniermittel mit einem feuchten und vor allem sauberen Tuch flächig verteilt und zum Trocknen aufgehängt. Der Trockenvorgang muss kontrolliert erfolgen, denn es kann vorkommen, dass sich Tropfen oder Streifen bilden, welche erneut verrieben werden müssen.

Einwasch-Imprägnierungen eignen sich besonders für mikroporöse Membranen und erfreuen sich einer kinderleichten Anwendung. So wird die Bekleidung zuerst normal in der Waschmaschine gewaschen und anschließend erfolgt ein weiterer Waschgang mit der Imprägnierung. Diese Methode funktioniert besonders schnell und problemlos, aber hat einen entscheidenden Nachteil, denn ein eventuell vorhandenes Futter wird ebenfalls imprägniert. Dir Funktionsweise der Bekleidung wird zwar nicht beeinträchtigt, aber das Futter kann anschließend ein leicht seifiges Gefühl vermitteln, welches nicht für jeden angenehm erscheint.

  • Baumwollmischgewebe

Auch diese Gewebe können sowohl mit einer Einwasch-Imprägnierung als auch mit einem entsprechenden Spray behandelt werden. Je nach Hersteller kann es jedoch erforderlich sein, dass die Kleidungsstücke vor der Imprägnierung luftgetrocknet oder wärmebehandelt werden müssen, beispielsweise mit Hilfe des Wäschetrockners oder eines Bügeleisens.

Dennoch sollte der Verbraucher wissen, dass Baumwollmischgewebe zwar einem leichten Nieselregen standhalten, aber keinesfalls starker Nässe.

Der Verbraucher kann sich auch für das so genannte Grönlandwachs entscheiden, welches in der Regel so groß wie ein Stück Seife ist und einfach auf dem Stoff verrieben und anschließend mit dem Fön eingeschmolzen wird. Dies hat den entscheidenden Vorteil, dass die Bekleidung selektiv imprägniert werden kann, beispielsweise stärker an den Hosenbeinen.

Grönlandwachs ist besonders umweltfreundlich und vor allem komplett ungiftig. Auch die wasserabweisende Wirkung ist durchaus positiv zu bewerten, denn der Auftrag wird vom Anwender selbst bestimmt. Dennoch muss festgestellt werden, dass die Erstimprägnierung des Herstellers stets besser sein wird als eine Nachbehandlung. Nachteilig ist außerdem, dass die Atmung des Stoffes verringert werden kann, beispielsweise bei zu starkem Auftrag. Außerdem können in den Stofffalten helle Streifen sichtbar werden, welche vom Experten als Wachsbruch bezeichnet werden.

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