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Technik-Wissen Rennrad – was ein gutes Rennrad ausmacht

Gepostet Von am Okt 13, 2013 | Keine Kommentare


Das Rennrad richtig ausrüsten

Es ist nicht verwunderlich, dass sich immer mehr Menschen für den Rennradsport begeistern, bietet er doch so viel für Menschen mit unterschiedlichen Interessen. Die körperliche Fitness lässt sich mit kaum einem anderen Sport so sanft und rasch verbessern wie mit dem sportlichen Radfahren. Auch Menschen, die sich für Fahrradtechnik begeistern, finden hier oft ihre Passion, denn die Entwicklung geht immer weiter und bringt immer neue Innovationen und Materialien hervor. Wer heutzutage ein Rennrad besitzt, für den ist dieses zumeist kein einfaches Transportmittel, sondern vielmehr ein hochwertiges Sportgerät. Aufgrund ihrer Ausstattung (z.B. fehlende Beleuchtung) und ihres leichten Gewichts sind Rennräder für den Einsatz im normalen Straßenverkehr weniger geeignet, als vielmehr für das Dahingleiten auf den oft glatten und verkehrsarmen Straßen des Umlandes. Zudem sind sie zu wertvoll, um das Risiko eines Diebstahls einzugehen. Auch das Zurücklegen großer Entfernungen ist möglich, können doch beachtliche Geschwindigkeiten erreicht werden.

Für ambitionierte Sportler gibt es heutzutage eine Vielzahl von Radsportvereinen und eine Vielzahl von Wettkämpfen für alle Leistungsstufen. Voraussetzung dafür, ein wirklich entspanntes Dahingleiten durch schöne Landschaften genießen zu können, ist jedoch, dass das Rad betreffend Größe und Ausstattung an die Anforderungen und Wünsche des Aktiven angepasst ist. Wenn man von jeder Bodenwelle durchgeschüttelt wird, die Gänge nicht leicht ineinander übergehen und der Po bereits nach kurzer Zeit schmerzt, wird das Vergnügen immens beeinträchtigt. Deshalb wollen wir im Folgenden auf die Aspekte eingehen, die beim Kauf eines guten Rennrades zu beachten sind.

Der Preis für ein Einsteigerrad in akzeptabler Qualität und Ausstattung liegt bei ca. 1000€. Dafür bekommt man ein leichtes Rad (ca. 8,5 – 9 kg) aus Aluminium mit soliden Komponenten. Rennräder verfügen in der Regel nicht über Gepäckträger, Schutzbleche und Beleuchtung. Normal sind ein oder zwei Halter für Getränkeflaschen am Ober- bzw. Sitzrohr. Inzwischen gibt es auch spezielle Damenräder, die der besonderen Körpergeometrie weiblicher Fahrer Rechnung tragen. Im Einzelnen wollen wir auf die folgenden Bestandteile eines Rennrades eingehen:

  • Rahmen
  • Schaltung und Übersetzung
  • Laufräder und Reifen
  • Sattel
  • Pedalsystem

Rahmen – früher Stahl, heute High Tech

Die früher aufgrund fehlender bezahlbarer Alternativen weit verbreiteten Stahlrahmen findet man heute kaum noch, da sie sehr schwer sind. Je schwerer das Rad, umso mehr Gewicht muss man vorwärts bewegen und dementsprechend mehr Kraft muss aufgewendet werden. Je bergiger das gewählte Trainingsgebiet, desto wichtiger wird dieser Aspekt. Die heute verbreiteten Materialien sind Aluminium oder High Tech – Materialien wie Titan und Karbon. Ein Rennradrahmen sollte möglichst leicht sein und dabei eine hohe „Steifigkeit“ aufweisen, d.h. sich möglichst wenig verbiegen. Nur so kann der Kraftaufwand des Fahrers optimal auf das Rad und auf die Straße gebracht werden. Ist der Rahmen zu weich, geht zu viel der aufgewendeten Energie verloren. Problematisch ist, daß sich Leichtigkeit und Steifigkeit weitestgehend ausschließen, und so versuchen die Hersteller den bestmöglichen Kompromiss zu finden. Carbon vereint diese beiden Eigenschaften noch am ehesten, ist jedoch auch verhältnismäßig teuer. Die günstigsten Rennräder mit Karbonrahmen kosten 1500-2000 € und sind somit hauptsächlich für ambitionierte Fahrer eine echte Alternative. Einsteigerrahmen sind meist aus Aluminium oder einer Kombination aus verschiedenen Materialien. Der Vorteil von Aluminium ist, daß es leicht und relativ preiswert ist, jedoch ist es auch sehr empfindlich hinsichtlich Kratzern und Dellen, die bei Dauerbelastung zu Rahmenbrüchen führen können. Es empfiehlt sich also ein pfleglicher Umgang mit dem Rad und eine regelmäßige Materialinspektion. Ganz besonderes Augenmerk sollte auf die passende Größe des Rahmens gelegt werden. Diese kann man mit einer einfachen Methode sehr schnell feststellen.

  • Zunächst muss man die Schrittlänge ermitteln. Dafür klemmt man einen glatten Stock oder eine Wasserwaage so hoch wie möglich zwischen die Beine und misst dann den Abstand von dessen Oberkante zum Fußboden
  • Mit der Formel „Schrittlänge in cm x 0,66“ kann man nun die persönliche Rahmengröße ermitteln

Standardmäßig gibt die Rahmengröße die Entfernung zwischen Tretlagermitte und der Mitte des Oberrohrs wieder, in Ausnahmefällen aber auch zur Oberkante des Oberrohrs. Zur Sicherheit sollte man hier auf jeden Fall explizit nachfragen, um wirklich sicherzustellen, daß der Rahmen passt.

Schaltung und Übersetzung

Der Standard sind heute zwei Kettenblätter mit 53 und 39 Zähnen vorne und neun bis zehn Zahnkränze hinten, was 18 bzw. 20 Gängen entspricht. Die Hauptanbieter von Schaltungen sind Shimano und Campagnolo. Es gibt inzwischen auch Modelle mit drei Kettenblättern, die besonders von Freizeitsportlern genutzt werden und von Fahrern, die viel in bergigem Gelände trainieren. Als Alternative dazu führt Campagnolo seit 2009 sogar eine Schaltung mit elf Zahnkränzen hinten im Programm. Hier sind die beiden vorderen Kettenblätter etwas kleiner (50 und 36/34 Zähne). Diese Variante bietet ebenso kleinere Gänge für die Berge, sind aber schneller und komfortabler zu schalten und auch leichter als Systeme mit drei Kettenblättern.

Laufräder und Reifen

Rennradfelgen und -reifen sind extrem schmal und können sehr hart aufgepumpt werden (bis 8,5 bar). Je geringer die Auflagefläche des Reifens auf der Straße, umso weniger Geschwindigkeit geht verloren. Standard sind heutzutage Laufräder mit 28 Zoll Durchmesser (622 mm Felgendurchmesser). Lange Zeit waren Felgen mit einem leicht abrundeten Rechteckprofil üblich, die jedoch vermehrt von Hochprofilfelgen verdrängt werden. Diese haben den Vorteil, besonders steif zu sein, allerdings weisen sie auch ein etwas höheres Gewicht auf.

Sattel – für Anfänger überraschend unbequem

Rennradsättel sind für Einsteiger zunächst einmal überraschend hart und unbequem, denn sie sind zwar gedämpft, aber nicht gepolstert. Dies erfordert zumeist eine kurze Zeit der Eingewöhnung. Die Wahl des richtigen Sattels hängt stark von der Körperbeschaffenheit des jeweiligen Fahrers ab. Es lohnt sich, auf einer kurzen Probefahrt verschiedene Alternativen auszuprobieren, denn ein „falscher“ Sattel kann das Fahrvergnügen extrem einschränken und speziell bei längeren Fahrten zu „Reibungsschäden“ am Gesäß führen. Generell hilft es, dieses vor der Trainingsfahrt mit Vaseline einzucremen, um die Reibung zu verringern.

Pedalsystem – Übung macht den Meister

Als Standard haben sich heute eindeutig Klickpedalsysteme durchgesetzt und nur bei ganz alten Modellen findet man noch die Variante mit Plastik- oder Lederschlaufen zur Fixierung des Fußes. Das Ein- bzw. Ausklicken erfordert jedoch einige Übung und immer wieder machen Neueinsteiger die Erfahrung, zur Seite umzustürzen, da sie bei einem Stopp nicht schnell genug aus den Pedalen kommen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Technik auf einem Gelände fernab des Straßenverkehrs zu üben.

Zum guten Schluss – Fachgeschäft oder Internet?

Im Internet findet man des Öfteren verlockende Angebote und speziell für diejenigen Käufer, die ganz genau wissen, was sie brauchen, kann das eine gute Alternative zum Einzelhandel darstellen. Für Einsteiger ist jedoch die professionelle Beratung in einem Fachgeschäft immens wichtig und unverzichtbar. Schon die Anschaffung eines guten Einsteigermodells ist eine recht kostspielige Investition und es lohnt sich, sich für die Auswahl viel Zeit zu nehmen und sich ausführlich beraten zu lassen. Vor allem die Ermittlung der richtigen Rahmengröße und einer komfortablen Sitzposition sind immens wichtig, damit man von Anfang an Spaß an seinem neuen Rad hat. Eine kurze Probefahrt ist fast immer möglich und man bekommt das Rad komplett fertig montiert und bereit für den sofortigen Gebrauch, während beim Internetkauf fast immer noch einige Montagearbeiten zu verrichten sind.

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  1. Den richtigen Fahrradsattel finden mit Hilfe des Sportprediger | SPORTPREDIGER - […] langem Oberrohr oder Vorbau fährt, belastet überwiegend den vorderen Teil des Sattels. Gerade im Rennrad-, Mountainbike- und Fitnessbereich kommt …

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