SPORTPREDIGER

Die richtige Rennradkleidung

Gepostet Von am Jul 15, 2013 | Keine Kommentare


Rennradhose gegen Wundsitzen

Jemand, der noch niemals “sportlich” Rennrad gefahren ist, mag sich fragen, was man denn für das Radfahren schon an besonderer Kleidung benötigt. Jeans, T-Shirt und, wenn es kälter ist, eine Lederjacke sollte doch ausreichend sein, oder? Nun, für diejenigen Menschen unter uns, die Blasen an den Händen, einen entzündeten Po und eine Erkältung als erstrebenswert empfinden, mag das stimmen. Viele Radrennsportler haben in der Tat zu Beginn erst einmal solche oder ähnliche schmerzvollen Erfahrungen gemacht. Im Normalfalle führen diese aber dann doch dazu, dass die Sportler den Sinn spezieller, auf die Anforderungen der Sportart abgestimmter Kleidung erkennen. Gute Rennradbekleidung macht nicht fitter oder schneller, aber sie macht das Rennradfahren für Sportler aller Leistungsstufen angenehmer.

Rennradbekleidung heute: Großes Angebot in jeder Preisklasse

Seinen Boom hatte das Rennradfahren in den 90er Jahren. Jan Ullrich gewann die Tour de France und auf Deutschland’s Strassen war “magenta” die absolute Modefarbe. Viele neue Radsportfans eiferten ihrem Idol nach, indem sie Ullrich’s Teamoutfit, das pinkfarbene Trikot eines bekannten deutschen Telekommunikationsunterehmens spazieren fuhren. War damals die Auswahl an Radbekleidung noch sehr überschaubar, so ist diese heutzutage immens und viele Hersteller sind mit spezieller Rennradbekleidung auf den Markt getreten, die mehr oder weniger gutklassige Ware in jedem Preissegment anbieten.

Rennradbekleidung – bitte keine Baumwolle

Egal, wie schnell man auf dem Rad unterwegs ist, ins Schwitzen wird man auf jeden Fall kommen und deshalb gilt – Hände weg von Baumwolle. Diese saugt die Feuchtigkeit zwar sehr gut auf, gibt sie aber leider auch nicht wieder ab und ist somit für funktionelle Sportbekleidung ungeeignet. Grundsätzlich gilt nämlich, dass Rennradbekleidung atmungsaktiv sein und über einen optimalen Feuchtigkeitstransport verfügen soll. Die Kleidung darf sich nicht mit Schweiss vollsaugen, sondern muss diesen von der Hautoberfläche durch die Textilschichten hindurch an die Luft abgeben. So bleibt die Haut einigermaßen trocken, was den Fahrspaß immens erhöht und bei kälterem Wetter hilft, einer Erkältung vorzubeugen. Um dieses zu erreichen, werden zur Herstellung von funktioneller Rennradbekleidung Kunstfasern wie Polyester verwendet.

Was brauche ich und ihn welcher Qualität?

Ein Helm gehört nicht unbedingt zur reinen „Bekleidung“. Da Sicherheit jedoch immer das oberste Gebot ist, sollte hier kurz erwähnt sein, dass ein Fahrradhelm in guter Qualität ein absolutes Muss ist. Ansonsten ist es wie mit so vielen Dingen – es kommt darauf an, wofür man das braucht, was man sich zulegen möchte. Wie lang sind meine Trainingsfahrten? Wie oft trainiere ich? Zu welchen Jahreszeiten und bei welchem Wetter will ich unterwegs sein? Radsportbekleidung von Discountern bietet akzeptable Ware zu einem extrem günstigen Preis, was für Anfänger absolut ausreichend sein kann. Nehmen wir das Beispiel eines reinen Hobby-Radsportlers, der 1-2 mal die Woche unterwegs ist, seine Trainingsfahrten kurz hält und sich nur bei warmem und trockenem Wetter in den Sattel schwingt. Hier sind Radtrikot und gepolsterte Radhose die Mindestausrüstung. Man sollte aber zumindest auf guten Feuchtigkeitstransport achten und bei der Hose auf eine ausreichende Polsterung. Günstige Kleidung von Discountern erfüllt meist zumindest diese Mindestanforderungen. Ist man jedoch öfter, länger und bei Wind, Regen und Kälte unterwegs, so sollte man beim Kauf der Bekleidung zu besserer Qualität greifen und zusätzliche Kleidung tragen. So macht z.B. ein Kopftuch unter dem Helm Sinn, damit der Schweiss nicht in Augen läuft. Armlinge und Beilinge, die aus kurzen Hosen und Trikots im Handumdrehungen die „lange“ Version machen, halten warm, wenn es etwas kälter wird und sind ansonsten schnell aufgerollt und in den Rückentaschen verstaut. Hochwertige Bike-Handschuhe erhöhen die Griffsicherheit und verhindern die Blasenbildung an den Händen. Auch ein leichtes und wärmendes Fleece ist immer eine gute Lösung, wenn es noch kühler wird. Ganz wichtig aber ist das Tragen einer Jacke oder Weste als Schutz vor Wind und Regen, denn der Fahrtwind lässt uns die Aussentemperatur als sehr viel kälter empfinden.

Jacken und Westen gegen den Windchilleffekt

Je stärker der Wind, desto kälter empfinden wir eine gegebene Temperatur. Für Radsportler ist dieser Effekt deshalb besonders interessant, da auf dem Rad hohe Geschwindigkeiten erreicht werden und der Sportler bei stärkerem Fahrtwind schnell auskühlen kann. Dagegen schützen hochwertige Jacken oder Westen, die zwar winddicht, dabei aber dennoch sehr atmungsaktiv sind. Zudem sind sie zumindest wasserabweisend oder sogar annähernd wasserdicht. Das heisst, Wind und Regen können nicht nach innen an die Haut gelangen. Trotzdem aber ermöglicht die Kombination hochwertigster Materialen den Feuchtigkeitstransport in die andere Richtung und der Schweiss wird von der Haut nach aussen transportiert. Diese scheinbar gegensätzliche Anforderung zu erfüllen, bedeutet lange Entwicklungsarbeit seitens der Hersteller und den Einsatz besonders hochwertiger Materialien, wie zum Beispiel von extrem dehnfähigem Laminat. Die Qualitäts- und Preisunterschiede sind hier besonders groß, jedoch man sollte hier nicht sparen.

Was zeichnet Rennradbekleidung von guter Qualität aus?

Man sieht also, dass sehr guter Feuchtigkeitstransport nur ein Aspekt ist, der gute von weniger guter Ware unterscheidet. Weitere sind Lebensdauer, Nahtverarbeitung, Bewegungsfreiheit, Wärmeeigenschaften, Schutz gegen Ausseneinflüsse wie Wind oder Regen und nützliche Details. Ist der Tragekomfort von Discounterbekleidung bei kürzeren Fahrten noch ok, so macht sich bei längeren Trainingseinheiten schon geringfügig schlechterer Schnitt oder unzureichende Polsterung in der Radhose bemerkbar. Wenn es irgendwo zwickt oder scheuert, so kann das mit zunehmender Zeit zur Qual werden und gar zu Abschürfungen führen. Oft öffnen sich bei günstigerer Bekleidung auch die Nähte relativ schnell, besonders bei oftmaligem Waschen. Wenn man sich schnell neue Kleidung kaufen muss, so relativiert sich der günstige Anschaffungspreis schnell. Auch gilt: je extremer die Wetterbedingungen, desto hochwertiger sollte die Kleidung sein. Es gilt extrem hohe Anforderungen zu erfüllen und das gelingt ab einem bestimmten Punkt nur noch hochwertigsten Materialien mit optimaler Verarbeitung, wie das obige Beispiel der Jacken und Westen zeigt.

Welche Marken gibt es und welche sind zu empfehlen?

Es gibt inzwischen immens viele Anbieter von Rennradbekleidung, darunter Spezialisten wie Castelli, Nalini, Campagnolo oder Specialized, aber auch Unternehmen wie Odlo, die Kleidung für verschiedene Sportarten verkaufen. Weitere Hersteller sind unter anderem Pearl Izumi, Gonso, Gore Bike Waer, Protective, Craft und Löffler. Wie bereits ausgeführt, reicht zum Start Radsportbekleidung der Discounter aus und sei es, um zunächst einmal auszutesten, ob man den Sport wirklich länger ausüben will. Lautet die Antwort aber ja, lohnt es sich, mehr Geld für gute Qualität auszugeben. Ich persönlich bin mit Kleidung von Specialized, Pearl Izumi und Gonso immer sehr zufrieden gewesen. Bei Jacken und Westen bevorzuge ich Gore Bike Wear und bei Hosen zeichnet sich Castelli durch ein super Hosenpolster mit optimalem Tragekomfort aus. Letzten Endes hilft ein wenig Experimentierfreude, um die optimale Kleidung für sich zu finden, aber das Angebot ist für jeden Anspruch an Preis und Qualität vielfätig und gut.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Rennradbekleidung von Maloja | SPORTPREDIGER - […] für den Rennrad Sport ist, dass die Kleidung winddicht ist. Genau dies leistet die Rennradkleidung von Maloja. Der Körper …

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


2 × neun =

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>