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Canyoning – eine Reise in den Berg

Gepostet Von am Jul 11, 2014 | Keine Kommentare


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Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Gastbeitrag von Christian Lemke, der seit fast 10 Jahren Schluchtenführer ist und bereits in Tirol und der Schweiz Touren geführt hat. Nun hat das Allgäu für sich entdeckt und erkundet mit Gästen Schluchten wie die Starzlachklamm , den Gunzesried oder die Kobelache .

Canyoning hat einen schweren Stand. Erstens wird es oft mit dem wortverwandten Canoeing verwechselt. Und als sei das noch nicht genug, ist es eine Nischensportart, weil wir Canyonauten oft im Berg unterwegs sind. Ein Plädoyer für den facettenreichen Outdoorsport.

 

Canyoning oder Canoeing?

 

Das Canyoning oft mit dem wortverwandten Canoeing verwechselt wird, liegt an der etwas unglücklichen Übersetzung. Canyoning kommt von Canyon, also Schlucht, und meint das Abwärtsbewegen im Gebirgsbach gen Tal. Und das ist gerade bei uns in Deutschland, genauer gesagt im Allgäu, sehr gut möglich. Denn hier finden sich gerade im Umfeld von Sonthofen eine Reihe schöner Schluchten mit unterschiedlichen Profilen und Schwierigkeitsgraden.

Aber nochmal zurück zum Anfang: Canyoning ist eine Bergsportart, die besondere Anforderungen an die Begeher hat. Je nach Schlucht werden also Schwimm-, Kletter- und Abseiltechniken vom Begeher verlangt. Bei geführten Touren ist dies regelmäßig kein Problem, weil die Guides die notwenige Ausrüstung mit sich führen, um auch Neulinge für diesen Sport zu begeistern. Die Gäste bekommen mindestens einen Neoprenanzug inklusive passender Socken sowie Helm und einen speziellen Canyoning Gurt. Dieser ist am Hinterteil mit einem Schlatz ausgerüstet, dass beim Rutschen keine Schäden an Mensch oder Material entstehen.

Rutschen?

 

Oh ja, Rutschen. Aber nicht so schnell. Denn nach dem obligatorischen Sicherheitsgespräch erfolgt der Einstieg, der bei unseren Canyons im Allgäu regelmäßig mit einem Abseiler beginnt. Durch einen engen Felsspalt geht es 12m durch einen Wasserfall in einen wilden Pool. Oft ist in den Schluchten Vorsicht geboten, denn Steine und Felsen können rutschig sein und hohes Verletzungsrisiko bergen. Beim Gehen passieren im Canyoningsport auch die meisten Unfälle.

Nach den ersten Abseilern gibt es in vielen Schluchten die Möglichkeit zu springen. Möglichkeit deshalb, weil niemand gezwungen wird zu springen. Wer aber möchte, kann sich bei uns im Allgäu von bis zu 10m hohen Felsen stürzen. Die Guides prüfen regelmäßig vor den Gästen, ob die Pools tief genug und hindernisfrei sind.

Und jetzt zum Rutschen: Die Rutschbahnen im Canyoning sind meist surreal schön ausgewaschene Felsen mit entsprechend tiefem Becken im Ausgang. Hier darf man sich getrost fragen, ob diese von Menschenhand gemacht und nachträglich in der Schlucht „installiert“ worden sind. Dem ist aber nicht so, die Natur macht es so perfekt, dass wir nur staunen können. Und in der Starzlachklamm ist unsere Abschlussrutsche 18m lang und darüber hinaus kann auch ein Teil fliegend absolviert werden. Ein wirklicher Adrenalinschub.

Alles in allem ist Canyoning neben dem Wildwasser Rafting ein Nischensport und erfreut sich jedoch trotzdem immer größerer Beliebtheit. Die Schluchten im Allgäu eigenen sich wunderbar für Neulinge und Fortgeschrittene. Wer nun Lust bekommen hat, schaut doch einfach mal bei uns herein.

 

 

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