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Campingkocher im Vergleich

Gepostet Von am Jan 17, 2013 | 1 Kommentar


Gaskocher für das Backpacking-Abenteuer

Gibt es etwas schöneres, als nach einem anstrengenden Aufstieg am Bergsee vor dem Zelt zu sitzen und gut zu essen? Warm natürlich, und einfach lecker. Ob Nudeln mit Pesto, Semmelknödel mit Rahmsoße oder ein leckeres Cous-Cous, Outdoorküche kann mehr als nur Tütensuppen aufwärmen. Um aber unterwegs gut kochen zu können, muss man sich vorab für den richtigen Kocher entscheiden. Es gibt sie in verschiedenen Formen und Packmaßen, und die Auswahl fällt oft nicht leicht.

Die beste Flamme: Welcher Brennstoff ist geeignet?

Kochen kann man auf Benzin, Gas oder mit Spritus. Der richtige Brennstoff entscheidet darüber, ob man sich mit einem halbwarmen Brei zufrieden geben muss oder eine gute warme Mahlzeit genießt, deshalb sollte man diese Entscheidung mit Bedacht treffen.
Benzinkocher sind die Alleskönner unter den Campingkochern. Sie liefern auch bei großer Kälte zuverlässig Hitze, brennen mit fast allem und sind schnell. Sprit ist überall zu bekommen, so dass man keine Probleme mit der Brennstoffversorgung hat, und billig ist er auch noch. Dem Kocher ist es egal, mit welcher Benzinsorte er gefüttert wird, im Vergleich zum Auto ist er da sehr flexibel. Eigentlich ideal, wäre da nicht die Kehrseite der Medaille: Sprit stinkt. Ganz egal, wie man die Flasche mit dem Brennstoff verstaut und wie gut man den Kocher reinigt, ein diskreter Tankstellenflair bleibt immer erhalten. Gaskocher liefern auch hervorragende Leistungen, wenn man das richtige Modell wählt. Wer auch auf dem Berg und bei tieferen Temperaturen kochen möchte, sollte etwas mehr Geld investieren und ein Modell wählen, bei dem das Gas flüssig vorgeheizt wird. Auf diese Art können Gaskocher mit Benzinkochern mithalten, allerdings ist der Brennstoff schwieriger zu bekommen. Gaskartuschen sind nicht überall erhältlich und produzieren leider jede Menge Müll – dafür brennen sie geruchsarm.
Wer nur mal auf dem Campingplatz oder am Strand eine Kleinigkeit aufwärmen will, kann auch mit einem kleinen Spiritus- oder Esbit-Kocher zurechtkommen. Die Leistung ist hier deutlich niedriger, kulinarische Hochleistungen sind fast unmöglich, aber für eine heiße Suppe reicht es allemal.

Gramm für Gramm: Leichtes Gepäck

Lange Aufstiege, großes Gepäck, Unterkunft und Verpflegung für mehrere Tage dabei – da fängt man an, mit jedem einzelnen Gramm zu rechnen. Schnell kommt man darauf, dass ein Gaskocher wesentlich leichter ist. Solange man nur kurz unterwegs ist und mit einer Kartusche auskommt, stimmt das auch. Für eine Übernachtung in einer geschützten Berghütte und eine Mahlzeit, die nicht allzu lange kochen muss, kann ein Mini-Kocher ausreichen, den man direkt auf die Gaskartusche schraubt. Für längere Touren lohnt es sich aber nachzurechnen, wie viel Brennstoff man wahrscheinlich verbrauchen wird. Muss man auch Wasser abkochen und ist mehrere Tage unterwegs, ist ein Benzinkocher trotz des hohen Gewichts der Benzinflasche eine gute Wahl. Mit etwas über einem halben Liter lässt sich eine mehrtägige Tour problemlos bestreiten, inklusive Wasser abkochen, Frühstückskaffee und Drei-Gänge-Menü. Und da Hunger bei einer anstrengenden Bergtour gar keinen Spaß macht, wird man spätestens beim Essen die paar zusätzlichen Gramm vergessen haben.

Von simpel bis hightech: Bedienbarkeit

Endlich angekommen, der neue Kocher ausgepackt, das Essen wartet – und jetzt? Wer in diesem Moment noch lange die Bedienungsanleitung lesen muss und daraus wahrscheinlich auch nicht schlau wird, dem vergeht schnell der Spaß an der Outdoor-Gastronomie in Eigenregie. Ein Kocher sollte deshalb so einfach wie möglich zu bedienen sein, dieser Wunsch lässt sich aber nicht immer mit hoher Qualität vereinbaren. Die Bedienung wird tatsächlich mit zunehmender Leistung des Kochers komplizierter. Ein simpler Gaskocher, den man direkt auf die Kartusche schraubt, ist kinderleicht zu bedienen, dafür wartet man sehr lange, bis das Essen fertig ist. Beim Benzinkocher muss man ich mit dem Anschluss vertraut machen, Druck in die Flasche pumpen, bisweilen vorglühen, regelmäßig reinigen, damit die Düse nicht verstopft – viel Arbeit um das eigentliche Kochen herum. Gaskocher mit einem Vorwärmsystem stellen eine gute Mischung aus leichter Bedienbarkeit und hervorragender Leistung dar. Der Anschluss an die Kartusche ist simpel, die Bedienung weitgehend selbsterklärend, und da Gas nicht rußt, muss er deutlich weniger gereinigt werden.

Guten Appetit!

Die Entscheidung, welcher Kocher es sein soll, wird immer davon abhängen, welcher Brennstoff im Urlaubsland am leichtesten zu besorgen ist und wofür man ihn tatsächlich braucht. Mit einem Kocher mit starker Brennleistung im Gepäck kann die Bergtour auch kulinarisch interessant werden. Sie denken bei Campingessen immer noch an Tütensuppen und Fertignudeln? Das muss nicht sein. Einige Ideen für eine sehr leichte (in Gramm Trockengewicht, nicht in Kalorien), nahrhafte und trotzdem leckere Outdoor-Küche:

  • Cous-Cous mit Lamm und Gemüse. Am ersten Tag kann man noch etwas frisches Gemüse mitschleppen, um die Trockennahrung so lange wie möglich herauszuzögern. Mit ein wenig vorab gegrilltem Lammfleisch (leichter als frisch), einer Paprika, einer Zwiebel und einem Brühwürfel lässt sich mit wenig Aufwand eine hervorragende Mahlzeit zaubern.
  • Nudeln mit Pesto. Leicht, lecker, haltbar und einfach, man muss nur vorab das Pesto in ein Plastiktütchen umpacken.
  • Bratlinge mit Kartoffelbrei. In Bioläden bekommt man vegetarische Getreide-Frikadellen in Pulverform – extrem nahrhaft und lecker. Mit Bergquellwasser angerührt und in der Pfanne gebraten, dazu ein Kartoffelbrei, der keine zusätzliche Milch braucht, ein paar Röstzwiebeln und vielleicht ein aus Pulver angerührtes Sösschen – lecker.
  • Resterührei. Am letzten Tag kann man Wurst, Käse und Brot, das übriggeblieben ist, zu einem herrlichen Bauernfrühstück verarbeiten. Einfach alles anbraten, dazu ein Rührei aus Pulver anrühren und mit dem Rest vermengen, dann schleppt man nichts mehr den Berg wieder runter.

1 Kommentar

  1. Hi, schöner Artikel, nur die Feststoff bzw. Hobo Kocher hast du hier vergessen. Gerade beim Packgewicht und auch beim Platz im Rucksack kann man hier ganz gut sparen. Vorrausgesetzt im Tourengebiet gibt es trockenes Holz, das man ohne Bedenken einsammeln und verwerten kann.
    Beste Grüße,
    Axel | Camping-Kocher.com

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