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Biathlon für Jedermann

Gepostet Von am Feb 23, 2015 | Keine Kommentare


Biathlon für Jedermann

Biathlon ist eine Wintersportart, die Geschwindigkeit und Präzision vereinigt. Der Wechsel von möglichst schnellem (Lang-)Laufen und treffsicherem Schießen macht diese Sportart interessant und anspruchsvoll. Nicht zuletzt aus diesem Grund fasziniert Biathlon immer wieder Massen von Fernsehsportlern. Wie aber wäre es einmal selbst daran teilzunehmen? Selbst zu laufen und mit möglichst ruhiger Hand auf die Scheibe zu zielen? In Deutschland und im alpenländischen Raum ist das vielerorts auch für Normalbürger möglich. Wer dabei jedoch an den Weltcup und die damit verbundenen Höchstleistungen denkt, liegt falsch. Biathlon für Jedermann ist vielmehr eine spaßige Abwechslung für begeisterte Wintersportler.

 

Wo in Deutschland wird Biathlon für Jedermann angeboten?

 

Von Oberhof in Thüringen, über Ruhpolding und Kaltenbrunn, bis hin zum Notschrei im Schwarzwald, gibt es in (Süd-)Deutschland zahlreiche Möglichkeiten an einem Biathlontraining teilzunehmen, wie z.B. bei der Skatingschule Scherrer, die Kurse in Kaltenbrunn bei Garmisch-Partenkirchen anbietet.

 

 

Diverse Tourismusverbände bieten Veranstaltungen dieser Art den Winter über an. Macherorts finden diese Trainings wöchentlich statt, bei anderen Anbietern nur auf vorherige Anfrage oder an bestimmten Terminen. Egal wo man jedoch am Jedermannbiathlon teilnehmen möchte, ohne vorherige Anmeldung geht nichts.

 

Wie läuft ein Biathlontraining für Jedermann ab?

 

Das Publikum beim Jedermannbiathlon ist zumeist kunterbunt zusammengewürfelt. Hier trifft sich der ambitionierte Skater mit dem panoramaorientierten Skiwanderer. Oft nehmen auch Anfänger an solchen Veranstaltungen teil. Daher ist es wichtig, dass zunächst einmal das Können, die Fitness und die Laufarten (Klassisch oder Skating) der einzelnen Teilnehmer abgefragt werden. Für die Anfänger gibt es in der Regel eine kurze Einweisung bezüglich der Handhabung des Materials und der Lauftechnik.

Wer sich bereits mit Ski und Technik auskennt, überspringt diesen Schritt und beginnt mit dem Lauftraining. Dieses besteht in der Regel aus diversen Übungen, die das Laufen sicherer und den Laufstil effizienter machen sollen. Selbstverständlich gehört hier ebenso eine etwas längere Trainingsrunde mit Trainer dazu. Für das Lauftraining werden die Teilnehmer meist in mehrere Gruppen aufgeteilt, somit werden Anfänger nicht überfordert und fortgeschrittene Läufer können ebenfalls profitieren.

Als Nächstes ist das Schusstraining an der Reihe. Da das Schießen mit einer Biathlonwaffe in der Regel für alle Teilnehmer neu ist, wird deren Gebrauch und die damit verbundenen Verhaltensregeln ausführlich erklärt. Danach geht es zum Schießstand, wo geübt werden kann. Erfahrene Trainer sind auch hier immer dabei, geben Hilfestellung und verraten Tipps und Tricks, wie man die Waffe möglichst zitterfrei hält. Wer das Schießen im Liegen einigermaßen beherrscht, kann sich auch im Stehen versuchen.

Sobald alle Biathlonneulinge den Umgang mit Kimme und Korn ausreichend beherrschen, gibt es noch ein kleines Abschluss-Staffel-Rennen. Hierzu werden die Teilnehmer in zwei möglichst gleichstarke Gruppen eingeteilt. Das Staffelrennen, ist so aufgebaut, dass jeder Teilnehmer zweimal Laufen und zweimal schießen muss. Die Mannschaft, deren Schlussläufer als Erster die Ziellinie überquert, gewinnt. Im Gegensatz zum Profisport bleiben die Gewehre hierbei jedoch am Schießstand und auch die Laufstrecke ist meist nur eine vergleichsweise kurze Runde durch das Stadion.

 

Ausrüstung

 

Wie der Name schon sagt, ist Jedermannbiathlon für ein breites Publikum bestimmt. Dementsprechend klein ist die Ausrüstungsliste. Allem voran, sollte man auf die richtige Kleidung achten. Wer hier im dicken Anorak antritt, wird nur wenig Freude haben, da man beim Training in ständiger Bewegung ist. Durchschnittliche Langlaufbekleidung reicht hier völlig aus.

Wer eigenes Material wie Ski, Schuhe und Stöcke besitzt, sollte dieses auf jeden Fall mitnehmen. Generell können diese Ausrüstungsgegenstände aber auch gegen einen Aufpreis geliehen werden. Die Biathlonwaffen und eventuell benötigte Munition werden immer vom Veranstalter gestellt. Mancherorts schießt man mit echter Munition, anderenorts mit Lasergewehren. Welche Waffenart zum Einsatz kommt entscheidet der jeweilige Veranstalter.

 

Ein kurzer Erfahrungsbericht

 

Biathlon für Jedermann macht einfach nur Spaß. Mit mittlerweile über zehn Jahren Lauferfahrung im Skating, war es für mich eine willkommene und schöne Abwechslung zum herkömmlichen Laufen. Nimmt man dann noch ein paar Freunde mit, bekommt das Biathlon auf jeden Fall Eventcharakter. Das Lauftraining ist sicherlich für eher schwächere bzw. unsichere Läufer gedacht, aber auch bei unserer Gruppe konnte so mancher bislang unerkannte Lauffehler ausgemerzt werden.

Am Schießstand ist es dann sofort klar: Das Lauftraining war nett, aber eigentlich sind alle zum Ballern hier. Was sich vielleicht zunächst nach ungezügelter Meute anhört, läuft in der Realität jedoch ganz gesittet ab. Wer dabei eine gute beziehungsweise eine weniger gute Figur macht, ist vorab kaum zu erahnen. Denn so manch einer, dem man es nie zugetraut hätte, beweist hier eine äußerst ruhige Hand und gutes Zielvermögen.

Der krönende Abschluss ist natürlich das Rennen. Hier geht es zur Sache, als ginge es um Olympiasieg und Weltmeisterschaft in einem. Egal ob Anfänger oder vermeintlicher Profi, hier wird gerannt und geschossen, was das Zeug hergibt. Die einzelnen Staffelläufer werden dabei so eingeteilt, dass immer zwei in etwa gleichstarke Läufer gegeneinander antreten. Somit entbrennt so mancher Zweikampf und das Rennen bleibt bis zum Schluss spannend. Welche Mannschaft dann wiederum gewinnt oder verliert, ist gar nicht mal so wichtig. Vielmehr zählt, dass man dabei war.

In diesem Sinne: Kimme und Korn immer nach vorn!

 

Gastautor: Lisa Kopas

Autorin: Lisa Kopas

Will man Lisa Kopas treffen, sollte man dort suchen, wo das Abenteuer wartet. Ob mit Seil und Haken, Ski oder Fahrrad, bei Lisa wird es so schnell nicht langweilig. Darüber hinaus bewältigt sie als freie Texterin und Autorin die Wirren der deutschen Sprache ebenso leicht wie hohe Berge und tiefe Täler.

 

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